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Psychotherapie
Seit mehr als 30 Jahren bin ich psychotherapeutisch tätig. Im Folgenden möchte ich Ihnen beschreiben, von welchen therapeutischen Grundgedanken und Einflüssen meine Arbeit geprägt ist, sowie auf besondere Schwerpunkte meiner Praxis hinweisen.
Altbewährtes und neue Ansätze: KOGNITIVE VERHALTENSTHERAPIE UND ACHTSAMKEITSBASIERTES VORGEHEN
Viele Menschen, die unter seelischen Problemen leiden, sehen sich und ihre Umwelt durch eine Brille aus negativen Gefühlen und Gedanken. Das Verhaftet-Sein in solchen negativen Sichtweisen schafft Leid - besonders, wenn alte dysfunktionale Glaubenssätze mit im Spiel sind, die uns in unserer Entwicklung blockieren: ,,Ich muss perfekt sein, darf keine Fehler machen!", ,,Ich muss bei allen beliebt sein!", ,,Mein Wert als Mensch hängt von meinem Äußeren ab!" - prominente Beispiele für Grundannahmen, die einem das Leben ganz schön schwer machen können! In einer kognitiven Verhaltenstherapie werden Sie darin unterstützt, sich solche Überzeugungen und die damit zusammen hängenden Verhaltensmuster bewusst zu machen, sie zu hinterfragen, sich von ihnen zu lösen und gesündere Alternativen zu entwickeln - Schritt für Schritt und mit mir gemeinsam. So erhalten Sie eine neue Sicht auf Ihr Krankheitsbild und erobern ihre Fähigkeit zurück, selbstwirksam mit sich umzugehen und Probleme im Leben lösen zu können. Ein kognitiv-verhaltenstherapeutisches Vorgehen hat sich bewährt - dies ist durch zahlreiche Forschungen zu den verschiedensten psychischen Krankheitsbildern inzwischen auch wissenschaftlich nachgewiesen.
Effizienter und nachhaltiger kann ein Therapieerfolg jedoch werden, wenn auch neuere, sogenannte achtsamkeitsbasierte Elemente in die Verhaltenstherapie mit einbezogen werden, was in meiner Praxis der Fall ist. Mit dem Begriff der Achtsamkeit ist die absichtsvolle Lenkung der Aufmerksamkeit auf den gegenwärtigen Moment gemeint. Warum ist das wichtig? Psychische Störungen sind oft dadurch gekennzeichnet, dass die Gedanken der Betroffenen um Ereignisse aus der Vergangenheit kreisen, oder sich sorgenvoll um mögliche zukünftige Ereignisse drehen. Der Mensch ist in seinen quälenden Gedanken gefangen und kann diese nicht ,,abstellen". Achtsamkeitsübungen können bei psychischen (und physischen) Erkrankungen, schwierigen Lebenssituationen und für die Burn-out-Prophylaxe sehr hilfreich sein. Sie helfen beim Bewältigen von starken Emotionen, der Zentrierung der Aufmerksamkeit und vor allem bei der Kontaktaufnahme mit sich selbst! Daneben hilft Achtsamkeit auch dabei, sich selbst wieder besser akzeptieren zu können, was den Weg zurück zu seelischem Wohlbefinden erleichtert.
Neben verhaltenstherapeutischen und achtsamkeitsbasierten Elementen arbeite ich auch mit Methoden, die aus der systemischen Therapie und Familientherapie kommen:
Alle für Einen, Einer für Alle: SYSTEMISCHE THERAPIE UND FAMILIENTHERAPIE
Menschen sind bindungs- und beziehungsorientierte Wesen und unsere Erfahrungen mit Eltern, Partnern/Partnerinnen und anderen wichtigen Personen wirken sich auch auf die Entstehung und Aufrechterhaltung psychischer Störungen aus. In der Beschäftigung damit, warum jemand so geworden ist, wie er ist, spielt die eigene Herkunftsfamilie eine große Rolle. Die eigene Geschichte mit diesen Familienangehörigen kann in der Psychotherapie aufgearbeitet werden, die Beziehungen, z.B. zur Herkunftsfamilie, können dadurch verbessert und Konflikte geklärt werden. In einer Einzeltherapie werden (u.a.) die Beziehungen zu Familienangehörigen bearbeitet, ohne dass die Angehörigen dabei sind - in einer Familientherapie spricht man direkt mit ihnen, weil die ganze Familie zu den Sitzungen kommt. Dies ist vor allem in meiner therapeutischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen entscheidend, kann aber auch in ein er Erwachsenentherapie wichtig werden - sofern Sie es möchten. Mein Familienbegriff ist nicht eingegrenzt auf die klassische Vater-Mutter-Kind-Familie, sondern schließt auch andere Lebensformen mit Kindern ein - auch Regenbogenfamilien sind in meiner Praxis ausdrücklich eingeladen!
KLOPFEN GEGEN STRESS und andere Möglichkeiten der Arbeit mit dem Körper
Gefühlswahrnehmung und Körperwahrnehmung hängen eng zusammen. Daher bietet es sich an, in die Psychotherapie auch die Arbeit mit dem Körper einzubeziehen, damit Sie sich wieder mit sich selbst wohl fühlen können! In meiner therapeutischen Arbeit kommen folgende Elemente der Körperarbeit zur Anwendung: Entspannungstraining, Yoga, Energetische Klopftechniken sowie, falls Sie an einer Essstörung leiden, Körperübungen zur Veränderung der Körperschemastörung. Dadurch kann ich näher dran sein an dem, was Sie erleben und was Sie blockiert!
Entspannungstrainings (Autogenes Training und Progressive Muskelentspannung) sind traditionelle Elemente in einer Psychotherapie. Sie helfen u.a. bei gestörtem Schlaf, bei Angst, Anspannung, Stress und können in eine Verhaltenstherapie einbezogen werden. Gleiches gilt für achtsamkeitsbasiertes Yoga, was den Geist zur Ruhe bringen kann, dem Menschen hilft, sich zu entspannen und darüber hinaus, besonders durch die Arbeit mit dem Atem, dem Menschen einen Zugang zur Achtsamkeit ermöglichen kann.
Energetische Klopftechniken haben ihren Ursprung in der Akupunkturlehre des alten China. Man beklopft bestimmte Akupunkturpunkte, um belastende Gefühle zu reduzieren. Energetisches Klopfen beeinflusst unser Gehirn: Es wirkt im limbischen System gegen Stress. Das belastende Gefühl löst sich so meist in erstaunlich kurzer Zeit auf. In Kombination mit anderen therapeutischen Strategien kommt der ganze Mensch so wieder in einen lösungskompetenten Zustand. Mehr zum Thema Klopfen gegen Stress finden Sie im Abschnitt über Lampenfieber.
BESONDERE THEMEN
ESSSTÖRUNGEN
Ein Schwerpunkt meiner therapeutischen Arbeit liegt in der Behandlung von Mädchen und Frauen mit Essstörungen (Anorexia nervosa, Bulimia nervosa). Die ambulante Verhaltenstherapie bei mir kann als alleinige Psychotherapie wirksam sein, sie kann aber auch als Nachbehandlung einer stationären Psychotherapie in Anspruch genommen werden, z.B., um das in der Klinik erworbene gesunde Essverhalten auch im eigenen Lebensumfeld umsetzen zu können, um Hintergründe der Störung aufzuarbeiten, um Konflikte zu bearbeiten etc. Inhaltlich steht neben dem Aufbau eines gesunden Essverhaltens die Arbeit am Selbstwert, an ungünstigen Faktoren im Lebensumfeld, an irrationalen Haltungen und Grundüberzeugungen und am Körperschema im Mittelpunkt. Bei Jugendlichen kommen natürlich viele Fragen des Erwachsen-werdens hinzu. Mein zentrales Anliegen ist jedoch immer, sich mit Dir/Ihnen zum Thema Weiblichkeit und Frau-Sein in dieser Gesellschaft auseinander zu setzen und dafür ganz individuelle und kreative Lösungen zu finden, Ängste und Unsicherheiten beiseite zu räumen sowie alte Blockaden zu beseitigen. Eine wesentliche Rahmenbedingung für den Therapieerfolg stellt bei Jugendlichen zudem die Bereitschaft beider Eltern dar, in der Psychotherapie mitzuarbeiten, da Jugendliche und junge Erwachsene in ihrem Ernährungsverhalten, ebenso wie in ihren Werten und Normen, noch sehr an die Eltern gebunden sind. Eine medizinische Begleitung der Psychotherapie gehört ebenso dazu, um körperlichen Folgeschäden vorbeugen zu können. Dies kann der Hausarzt/die Hausärztin übernehmen, ich habe aber auch langjährig erprobte Zusammenarbeit mit ärztlichen KollegInnen, die ich empfehlen kann. Neben jahrzehntelanger Erfahrung in der therapeutischen Arbeit gerade zu diesem Thema fließt hier auch meine Kompetenz als Dozentin und Supervisorin im Rahmen der Psychotherapieausbildung (VT) mit ein. Mehr Infos finden Sie auf der Liste meiner Veröffentlichungen und der Lehre. In jedem Fall sind Sie als betroffene Frau/bist Du als betroffenes Mädchen bei mir willkommen!
DEPRESSIVE ERKRANKUNGEN
Meine Beschäftigung mit Menschen, die an einer Depression erkrankt sind, hat schon zu Studienzeiten begonnen: Ich habe meine Diplom-Arbeit im Rahmen eines Forschungsprojektes zu diesem Störungsbild geschrieben. Was damals ,,das Neuste vom Neuen" war, ist heute Standard: Ein kognitiv-verhaltenstherapeutisches Vorgehen mit dem Aufbau von Aktivitäten, Arbeit an der ,,negativen Brille" und den Auslösern für Stimmungsverschlechterungen, sozialem Kompetenztraining und interpersoneller Situationsanalyse hat sich bei depressiven Störungen als äußerst wirksam erwiesen. Neu hinzugekommen ist in den letzten Jahren die Erkenntnis, dass depressive Erkrankungen selten unipolar verlaufen und die Rückfallgefahr eine der größten Herausforderungen für Therapeuten und Therapeutinnen darstellt. Dem versuche ich mit achtsamkeitsbasierten kognitiven Therapieelementen zu begegnen, die neben den bewährten Vorgehensweisen ,,alter Schule" auch neuere Elemente für einen achtsamen Umgang mit sich selbst integrieren. Dadurch lernen Betroffene, die Anzeichen für einen Rückfall frühzeitig zu erkennen, Selbstfürsorge zu praktizieren und auf depressives Grübeln gar nicht erst einzusteigen!
PSYCHOTHERAPEUTISCHE TRAUERBEGLEITUNG
Trauer ist die normale Gefühlsreaktion des Menschen auf einen Verlust: Ein trauernder Mensch ist nicht krank und meist gelingt die Verarbeitung des Verlustes und die Neuorientierung in einer Welt, in der die geliebte Person fehlt, ohne therapeutische Hilfe. Wenn dies jedoch nicht gelingt, wenn es kompliziert wird, dann kann eine Psychotherapie in meiner Praxis Hilfe bieten, sowohl für Kinder, als auch für Erwachsene. Neben der psychotherapeutischen Trauerbegleitung biete ich auch Unterstützung an im Vorfeld eines nahenden Verlustes, z.B. Elterncoaching, um Kinder auf einen nahenden Todesfall vorzubereiten. Die Arbeit mit Trauerritualen und Symbolen, Schreiben, Märchen, Musik und Film ergänzen hier mein therapeutisches Vorgehen. In der Praxis ist eine Sammlung von Bilderbüchern und DVDs zum Thema vorhanden.
LAMPENFIEBER?
Lampenfieber ist eigentlich keine seelische Erkrankung, kann einem aber das Leben ziemlich schwer machen! Viele Menschen reagieren nervös, wenn sie in eine Situation mit maximaler Beachtung kommen: Eine Präsentation im Job, ein öffentlicher Vortrag, ein Referat in Schule oder Uni, ein Bühnenauftritt mit dem Chor, ein Rundfunk- oder Fernsehauftritt als PolitikerIn, MusikerIn, SchauspielerIn. Nur selten deutet das Lampenfieber auf eine psychotherapiebedürftige seelische Erkrankung wie eine soziale Phobie oder eine Prüfungsangst hin. In jedem Fall kann eine Psychotherapie oder ein Coaching helfen, um den Auftrittsstress zu reduzieren. Neben verhaltenstherapeutischen ,,Basics" wie Selbstwerttraining und Entspannung, nutze ich in meiner Praxis zu diesem Thema auch Energetische Klopftechniken und Imagination, damit die inneren Bilder zum individuellen Auftritt wieder positiv besetzt sind und Sie sich in einen Zustand versetzen können, um wirklich zeigen zu können, was Sie gelernt haben. Und um sich auch auf einer Bühne wohl und sicher fühlen zu können! Aufgrund meiner eigenen Auftrittserfahrungen als Musikerin habe ich alles natürlich auch selbst ausprobiert und kann meine eigenen Erfahrungen mit einbringen.. Weitere Infos finden Sie im Abschnitt ,,Klopfen gegen Stress".
ÄLTER WERDEN UND ALT SEIN
In der Entwicklungspsychologie wird heute davon ausgegangen, dass unsere Persönlichkeitsentwicklung keinesfalls mit Beginn der Volljährigkeit abgeschlossen ist, sondern dass wir uns unser ganzes Leben lang weiter entwickeln! Jedes Alter hat seine ganz besonderen Herausforderungen und auch für einen älteren Menschen, oder sogar einen alten Menschen ist es nicht zu spät für eine Psychotherapie. Im Zuge meines eigenen Älterwerdens sind die Themen meiner ,,Seniorpatienten" und -patientinnen für mich greifbarer geworden und ich arbeite gern mit der ü60-, ü70 und auch mit der ü80-Generation. Die Umstellung aus dem Erwerbsleben in den Ruhestand, die Bewältigung der körperlich-geistigen Alterungsprozesse, der Umgang und die Auseinandersetzung mit Verlusten im Freundeskreis oder des Partners/der Partnerin, der Aufbau sozialer Unterstützung und intergenerationaler Beziehungen - all dies sind Themen, für die Lösungen gefunden werden können, ebenso wie Fragen zum Wohnen im Alter, zur Endlichkeit des eigenen Lebens und zur Sterbebegleitung, z.B. in einem Hospiz, womit ich Erfahrung habe. Alt zu sein heißt aber gar nicht nur Abbau, Verlust und Rückzug, sondern ist auch mit Kreativität, Weisheit und einem großen Erfahrungswissen verbunden! Dieses einzusetzen, um auch im Alter ein produktives und erfülltes Leben führen zu können um weiter zu wachsen, kann ebenfalls Thema einer Psychotherapie sein. Weitere Informationen finden Sie auch im Abschnitt über Psychotherapeutische Trauerbegleitung.

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